Hilfe für KMUs in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie trifft Deutschland hart. Das Institut für Wirtschaftsforschung prophezeit Folgekosten von mehreren Hundert Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft und rechnet mit einem Verlust von über einer Million Arbeitsplätzen.

Um sich dem entgegenzustellen, setzt die Bundesregierung am 23.3.2020 einen Schutzschirm sondergleichen auf, um Großunternehmen, KMUs und Freiberufler schnell und unbürokratisch zu helfen. Der Schutzschirm für die Wirtschaft sieht Soforthilfen für kleine Unternehmen, auch mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden, mit bis zu 50 Milliarden vor. Neben unbegrenzten Liquiditätshilfen für Unternehmen, soll ein Wirtschaftsstabilisierungsfond mit Staatsgarantien mit 600 Milliarden Euro für Großunternehmen bereitgestellt werden sowie das Kurzarbeitergeld.

Die Kosten übersteigen damit alle bekannten Wirtschaftskrisen und Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland.

Selbst der Kollaps der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 und die damit verbundene weltweite Finanzkrise lässt erahnen, was auf uns zukommt. Damals beschloss die Bundesregierung mit 480 Milliarden Euro für die deutschen Banken das größte Hilfspaket der deutschen Geschichte.

Einen Finanzmarkt Stabilisierungsfonds, der den deutschen Steuerzahler rückblickend viel Geld kostete. Die Bilanz aus der damaligen Krise ist verheerend: Entlassungen und Konjunkturpakete, Eurokrise und Streit in Europa, Nullzinsen und Probleme bei der Altersvorsorge, Immobilienspekulation und steigende Miete. Vor allem die Nullzinspolitik der EZB lastet schwer.

Der niedrige Leitzins der EZB wirkt sich auf die Finanz-  und Wirtschaftswelt aus. Und das spüren wir als mittelständiges Unternehmen neben der aktuellen Corona-Krise nun vermehrt und fordern die Bundesregierung auf, neben dem Schutzschirm, Einfluss auf die Bankenwelt zu nehmen, damit KMUs wie wir keine Strafzinsen auf unsere Liquidität zahlen müssen. Aus unserer Perspektive handelt es sich um eine kleine Stellschraube mit großer Wirkung.

Liquidität in Gefahr: Strafzinsen auf Bankeinlagen

Zum Hintergrund: unser Unternehmen soll ab dem 1.April 2020 Strafzinsen von 0,5% ab einem Guthaben von 100 000,00€ an die hauseigene Geschäftsbank zahlen. Das ist in Anbetracht der Corona Krise absurd.

Die kleinen und mittelständigen Unternehmen benötigen Eigenkapital, um sich nicht zu überschulden und den Erfordernissen der ordentlichen Geschäftsführung gerecht zu werden. Wir sprechen ganz konkret von Liquidität und damit über die Fähigkeit eines jeden Unternehmens, seinen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Wir benötigen die Liquidität, um unsere Geschäftspartner und Mitarbeiter pünktlich zu bezahlen.

Zurzeit werden von der EZB, der Bundesregierung und auch dem Berliner Senat umfangreiche Kredithilfen angeboten. Da ist gut und richtig. Absurd ist es aber Unternehmen dafür zu bestrafen, dass sie versuchen mit den Eigenmitteln so weit wie möglich durchzuhalten und erst finanzielle Hilfen in Anspruch zu nehmen, wenn dies nötig ist.

Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, diese absurden Strafzinsen abzustellen. Den Banken wurde in der Finanzkrise 2008 mit den Steuergeldern der Unternehmen und der Bevölkerung geholfen. Jetzt können die Banken etwas zurückgeben.

Die Zeiten erfordern eine größtmögliche Entlastung von Unternehmen.

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